Kommunalwahlen: Die Grünen als ehrliche Antifa, Die Linke als nationalistische „Anti“nationale
Wie zur Bestätigung dieses Abrisses meinerseits, was demokratische Nationalisten an ihren faschistischen feindlichen Brüdern stört, liest sich die aktuelle Kampagne der Sächsischen Grünen gegen NPD & Co. Besonders aussagekräftig sind sie dabei wieder einmal mit ihren Plakaten:

Denn in diesen wird nicht nur der einzige relevante Unterschied zu den faschistischen Nationalisten benannt, nämlich, dass man in der Demokratie dazu aufgefordert ist, der Herrschaft durch Kreuzchen hinter das Herrschaftspersonal zuzustimmen, weshalb man das gefälligst mal machen soll, sondern damit auch gleich noch benannt, was der demokratische Wähler von dieser Zustimmung zur Herrschaft hat: er darf ihr weiterhin diese von ihm geforderte Zustimmung leisten, weil diese Forderung weiterhin an ihn gestellt wird.
Aber auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit der NPD in den Homepagetexten ist bezeichnend. Weil diese keine “demokratische Konkurrenz” sei, sei sie von den Demokraten auszugrenzen. Für die Bebilderung dessen, dass sie keine demokratische Konkurrenz sei, ist man sich dann auch für Widersprüche nicht zu schade – schließlich dienen sie der guten demokratisch-nationalistischen Sache. So wird der NPD beispielsweise einerseits vorgeworfen, sich gar nicht wirklich mit den Aufgaben der demokratischen Herrschaft zu befassen:
Nur mühsam sind die vier Programme an regionale Besonderheiten angepasst. In Dresden darf natürlich der Bezug auf den angeschlagenen Chip-Hersteller Quimonda nicht fehlen, in Görlitz wird auf die vermeintliche Gefahr durch die offenen Grenzen nach Osteuropa aufmerksam gemacht. Die regionalen Bezüge können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Programme kein ernsthaftes politisches Programm bieten und nachlässig erstellt sind. Im Dresdner Programm findet sich etwa ein Abschnitt zum Thema „Kriminalität und Graffiti-Unwesen bekämpfen”, im Görlitzer Programm heißt das „Graffiti-Unwesen und Kriminalität bekämpfen”. Allerdings hat man dann in letzterem vergessen, auch was zum Thema Graffiti zu schreiben. (Hervorhebung von mir; MPunkt)
Andererseits weiß man sehr wohl um deren Versuche sachlicher Mitarbeit in den Gremien der demokratischen Herrschaft. Denen ist, wie auch von den Grünen bestätigt wird, in der Sache selbst gar nicht anzumerken, dass sie nicht von den demokratischen Nationalisten, sondern ihrer faschistischen Konkurrenz kommen. Ein Widerspruch in der Bebilderung der NPD-Gegnerschaft, welchen die Grünen nur geschummelt dadurch auflösen können, indem sie behaupten, dass die NPD ihre konstruktiven sachlichen Vorschläge für das nationale (kommunale) Wohl gar nicht ernst meine, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Was sich dann so liest:
Parlamentarier, die sich den Menschenrechten und der Demokratie verpflichtet fühlen, müssen daher NPD-Anträgen grundsätzlich die Zustimmung verweigern. Natürlich müssen sie auch deutlich machen, warum sie dies tun. Den Versuchen der NPD, mit vermeintlich „sachlichen“ Anträgen zu tricksen, muss eine Absage erteilt werden. Demokraten dürfen sich nicht darauf einlassen, unterscheiden zu wollen, welche NPD-Anträge denn „richtig“ und zustimmungsfähig sind und welche nicht.
Weil die NPD als undemokratisch auszugrenzen ist, kann sie ihre sachlichen Beiträge nicht ernst meinen, also ist sie als undemokratisch auszugrenzen, also kann sie ihre sachlichen Beiträge nicht ernst meinen etc. pp. Wen stören schon Widersprüche, wenn man Zirkelschlüsse haben kann? Aber “immerhin” (Antifa) kommen die Grünen im Gegensatz zu ihren anderen feindlichen (?) Brüdern von der außerparlamentarischen Antifa nicht darauf, derlei demokratisch-nationalistischen Blödsinn wider besseren Wissens als Kampf um die “Bedingung der Möglichkeit des Kommunismus’” gegen antinationale Kritik zu rechtfertigen. Denn mal ehrlich: So dumm, dass sie ernsthaft dächte, dass der von ihnen verteidigte bürgerliche Staat (in seiner demokratischen Fassung) als Gegner der Kommunisten denen gute Bedingungen für seine Abschaffung hinstellen würde, sind die Antifas nun auch wieder nicht.
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Anlässlich dessen weise ich zum Thema Wahlen allgemein und zu Kommunalwahlen im Besonderen noch einmal auf diesen Klassiker der Gruppe destruktive kritik aus Münster hin. Dem man übrigens auch entnehmen kann, warum kommunal eben nicht auch antinational geht, liebe Juliane Nagel:

Die Leute werden dabei auf das Mitmachen eingeschworen, in dem ihnen die Entscheidung darüber überlassen wird, welche Figuren jeweils das bereits feststehende Programm machen. Die Wähler stimmen aber nicht nur über die Figuren ab, denen sie anschließend gehorchen wollen. Sie entscheiden auch eine Sachfrage. Eine einzige nur, aber die hat es in sich:
Wenn Arbeitslose und Kapitalisten eine gemeinsame Führung wählen, die ihre gemeinsame Sache verwalten soll, dann haben sie sich dafür entschieden, daß es diese gemeinsame Sache gibt. Mit der Teilnahme an der Wahl leugnen also Arbeitslose den prinzipiellen Gegensatz ihrer Interessen zu denen der Kapitalisten. Das Vorhandensein dieser Interessen wird zwar nicht geleugnet, aber sie werden als „bloß partikulare“ denen der Nation untergeordnet. Damit geht es auch dem wählenden Arbeitslosen nur noch um das „Gemeinwohl“, kurz: um Deutschland. Dann betrachtet er auch sich als Arbeitslosen als Teil eines nationalen Problems, der Arbeitslosigkeit, die „uns allen“ zu schaffen macht. So organisieren die Wahlen den Nationalismus der Leute, in dem sie grundsätzliche Zustimmung von unten für die Vorhaben von oben einfordern. [...]
Eine Beteiligung an Kommunalwahlen setzt diesem Nationalismus noch die Krone auf. Kommunalwahlen sind – gerade wegen ihrer Bedeutungslosigkeit – was für fortgeschrittene Nationalisten:
Da kommt der Ratsherr in spe den Leuten, die für die imperialistischen Vorhaben der Nation eingespannt sind, als Kanonenfutter der Bundeswehr, als auszubeutendes Menschenmaterial „unserer“ Wirtschaft, als „zu teure“ unnütze Esser, diesen Leuten kommt er mit kommunalen Fragen. Das ist schon frech. Wieso sollten die sich den Kopf der Nation auch noch in Fragen der Abwasserverordnung und der Planung von Tempo-30-Zonen zerbrechen, wo die meisten nach 20 Jahren Sozialabbau, Arbeitslosigkeit und Verschärfung der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt kaum noch ihre eigene Lebensplanung gebacken kriegen
Kein Wunder also, dass Dein kommunalpolitischer “Anti”nationalismus in der Sorge darum besteht, ob die Nationalisten von unten ob ihrer Armut überhaupt noch gute Demokraten sein, also sich wie gewünscht den Kopf über die Probleme der Nation und welches Herrschaftspersonal für deren Lösung geeignet sei, zerbrechen können:
Denn die zunehmende soziale Spaltung geht mit einem Mangel an Demokratiefähigkeit und Solidarität einher. Diesem politisch produzierten Status quo möchte ich entgegenwirken.
Wählen ist und bleibt eben verkehrt!
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1.
Oompa Loompa | 5. Juni 2009 um 01:21
great. mir gehen die jugend-grünen hier ja schon mächtig aufn zeiger, aber das toppt nochmal alles.
2.
Pent C. Klarke | 5. Juni 2009 um 03:28
Assimiliert dies:
http://www2.de.indymedia.org/2009/06/252484.shtml
(Apropos “Antifa” zur Kommunalwahl)
3.
Pent C. Klarke | 5. Juni 2009 um 03:58
Mpunkt, der Unterschied zwischen demokratischen und nicht-demokratischen Wahlen besteht doch nicht darin, ein Kreuzchen zu machen, sondern bei den demokratischen ist es sogar legitim, es nicht zu machen, also genau das, was Du hier forderst.
4.
mpunkt | 5. Juni 2009 um 05:34
“Und in was für einem „Volk“ leben wir eigentlich, wenn folgende Vertreter tatsächlich real existierende Chancen auf einen Stadt- oder Gemeinderatssitz haben?”
Diese Deutschen … einfach kein Staat zu machen, mit diesem minderwertigen Menschenmaterial. Da ist sich die Antifa ja mit Hitler erstaunlich einig
. Und ein Glück, dass die Antifa keine demokratischen Nationalisten sind, wenn sie Nazis als minderwertig und nicht als nationales Menschenmaterial, geschweige denn Führung, zu gebrauchen, denunzieren, sondern das Ihr immer nur unterstellt wird.
“sondern bei den demokratischen ist es sogar legitim, es nicht zu machen, also genau das, was Du hier forderst.”
Ja weil die ja gerade auf die freiwillige Zustimmung zur Herrschaft scharf sind … ändert nur gar nix an meiner Kritik.
5.
l | 5. Juni 2009 um 06:55
sondern bei den demokratischen ist es sogar legitim, es nicht zu machen
http://www.dieterwunderlich.de/Saramago_stadt_sehenden.htm#cont
ist ein gutes buch, finde ich.
6.
Sissi | 5. Juni 2009 um 13:15
„Programme sind nachlässig erstellt“
Die Grünen sind kameradschaftlich und geben den Nazis Tipps für gewissenhafte Wahlwerbung. Gemeint ist natürlich eine Beschmutzungskampagne: NPDler kriegen nicht einmal eine ordentliche Propaganda hin. Den Grünen fällt offensichtlich nicht auf, dass der Vorwurf von „Nachlässigkeit“ erfolgreichere faschistische Politik einklagt. Und dass sie dabei auf das Wahlvieh der NPD schielen, sollte Grünwählern zu denken geben.
@mpunkt
Klarke fordert dich allen Ernstes auf, DANKBAR für den demokratischen Antikommunismus zu sein, weil du dann (je nach Staatsräson) Leute zum Nichtwählen agitieren darfst. Dass man mit oder ohne Wahlen gewaltsam von der herrschenden Klasse zum Gehorsam gezwungen wird, scheint für jemanden wie Klarke nebensächlich zu sein angesichts der Ermächtigung, die Bürgern in Personalfragen zugestanden wird. Klarke ist so beseelt von seinem guten Glauben an legitime Gewaltausübung, dass ihm schon Diskussionen über Wahlen wie ein Hauptgewinn im Untertanendasein vorkommen.
7.
Pent C. Klarke | 5. Juni 2009 um 18:23
“gewaltsam von der herrschenden Klasse zum Gehorsam gezwungen”
Daß GSPler unter Zwangsvorstellungen leiden, die Idee ist mir allerdings vor einiger Zeit auch schon gekommen!
8.
Pent C. Klarke | 5. Juni 2009 um 18:26
“ändert nur gar nix an meiner Kritik”
…ändert selbstverständlich alles, nämlich daß Deine sogenannte Kritik sich als völlig kompatibel mit der demokratischen Herrschaft erweist und politisch sogar noch doof dazu.
9.
mpunkt | 5. Juni 2009 um 20:36
Meine politische Kritik ist nur gar nicht, dass Nichtwählen die supertolle Praxis gegen bgl. Staat und Kapitalismus wäre – schließlich mache ich keine Kampagne fürs Nichtwählen. Denn das ist schon klar: die politische Herrschaft fordert bei demokratischen Wahlen die Zustimmung der Beherrschten zwar ein, welche sich eben den Kopf darüber zerbrechen sollen, welches Herrschaftspersonal mit welchem Staatsprogramm den Staatserfolg am Besten gegen einen durchsetzen kann, aber macht sich selbstverständlich nicht von dieser abhängig. Was null daran ändert, dass es verkehrt ist, der demokratischen Herrschaft zuzustimmen, bspw. in Wahlen, also sich als Nationalist zu betätigen und sich deren Kopf zu zerbrechen. Ebensowenig daran, dass es nicht für die Demokratie spricht, dass man in ihr die Zustimmung zur Herrschaft in dieser Form verlangt.
10.
Pent C. Klarke | 5. Juni 2009 um 23:04
Wie gesagt wird die “Zustimmung zur Herrschaft in dieser Form” eben gar nicht verlangt, wenn “verlangt” bedeuten soll, daß irgendein Zwang ausgeübt wird, zuzustimmen.
Und noch mal zu deiner Antifa-Analyse: Grundsätzlich stimmt zwar, was Du sagst, aber durch die Verallgemeinerung, durch die Abstraktion davon, wer Sender und wer Empfänger der Botschaft ist, wird sie eben falsch. Es ist doch nicht daraus zu schließen, daß die Antifa nationalistisch argumentiert sondern daß sie sich eben an einen solchen Empfänger richten muß. Während Du für eine Form von Aufklärung in dem Sinne, daß die Demokratie zu bekämpfen sei, plädierst – und ich nehme mal an, Du richtest eine solche Kritik nicht explizit an Wähler der Faschisten sondern an die Linke im weitesten Sinne -, richtet sich Antifa hier an ein Spektrum, das genau so ist wie Du kritisierst und das vermutlich die Faschisten wählen würde. Gemessen an deren eigenen Maßstäben werden die Faschisten desavouiert. Das ist sozusagen eine kurzfristige Intervention, um schlimmeres zu verhindern. Auf längere Sicht käme es selbstverständlich darauf an, solche Einstellungen, die hier einfach vorausgesetzt werden und nach denen die Botschaft formuliert ist, zu verändern.
11.
mpunkt | 6. Juni 2009 um 06:42
Man gibt dem Nationalrassismus erst recht, um ihn DANN, wenn nicht mehr droht, dass wegen diesem Neonazis statt Demokraten gewählt werden, zu kritisieren – also NIE? Tolle Taktik, die Du da reinliest, um noch irgendeine Ehrrettung der Antifa hinzubekommen.
Ansonsten: “Verlangt” im Sinne von “(sehr nachdrücklich) fordert” .
12.
Sissi | 6. Juni 2009 um 11:07
„Gemessen an deren eigenen Maßstäben werden die Faschisten desavouiert.“
Wenn du und deine Mitstreiter Faschisten an deren Maßstäben blamieren wollen, bestätigst du die Kongruenz eurer Anliegen. Die kommunikationstheoretische Ideologie von Sender-Empfänger soll diese gedankliche Identität von AntiFa und Faschisten verdecken, legt aber nur offen, dass faschistische Maßstäbe unangetastet bleiben in antifaschistischer Praxis, sonst würden sich AntiFas nicht in IHRER Kritik auf eine angeblich „feindliche Messlatte“ setzen.
Weil sogar Antifaschisten diesen Widerspruch nicht ganz glauben, dass Kommunikationsmodelle die unkritisierten faschistischen Maßstäbe in etwas Vernünftiges verwandeln, kommt (immer wieder) die Vergleichstechnik zur Anwendung. Nach dem Motto, wenn mir kein Argument einfällt, denke ich mir etwas (noch) Schlimmeres aus und tu so, als sei es bloß ein Etappenziel, etwas ANDERES als das eingangs Kritisierte anzugreifen:
„Das ist sozusagen eine kurzfristige Intervention, um schlimmeres zu verhindern.“
Dieses Geeier von Antifaschisten, je nach zu rettenden Gemeinsamkeiten/Unterschieden zu Faschos sich widersprechende Strategien auszudenken, hat leider Methode. Kein Streit mit AntiFas, in dem nicht ein kleineres/größeres Übel ERFUNDEN wird, um Antifaschismus zu legitimieren. Als würde die Kritik am Nationalismus von Rechten und Linken hinfällig, nur weil Antifaschisten das As aus dem Ärmel tricksen, sie würden ein von ihnen erfundenes Szenario eindämmen, verhindern, zurückdrängen.
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Weil (antifaschistische) Demokraten am Nationalismus keine (bzw. eine konstruktive) Kritik haben, sind sie nicht in der Lage ihre mit Faschisten übereinstimmenden Kriterien (z. B. den Erfolg der Nation) anzugreifen. Das demokratische Herrschen halten AntiFas sogar für ein Bollwerk gegen seine faschistische Alternative – immer mit der Vergleichstechnik des „kleineren Übels“ im Anschlag! Deswegen ÜBERNEHMEN AntiFas auch nicht faschistische Maßstäbe (nicht einmal zum Schein!), sondern haben denselben Ausgangspunkt wie ihre Feinde – mit dem Unterschied, dass sie den demokratischen Opportunismus bevorzugen.
13.
Pent C. Klarke | 7. Juni 2009 um 17:05
@mpunkt
Noch bessere Taktik ist es selbstverständlich, sie darin zu unterstützen, daß Demokratie scheiße sei! (Ironie!)
14.
mpunkt | 7. Juni 2009 um 21:01
Als käme da nur “Demokratie ist Scheiße” und keine Begründung wieso – und zwar eine, die sich von deren enttäuschten Nationalismus’ gründlich unterscheidet.